Aktive Männerriege

Von E wie Elm bis E wie Elgg

Radturnfahrt 2026 der Männerriege Elgg

Bereits zum 40. Mal traf sich eine Schar von fahrradbegeisterten Mitgliedern der Männerriege Elgg zur beliebten Radturnfahrt. Traditionsgemäss sind die zu befahrende Route und das jeweilige Tagesziel ein wohlgehütetes Geheimnis und nur den beiden Organisatoren und dem Begleitfahrer bekannt.

1. Tag

So besammelten sich am Samstagmorgen 19 Männerriegler und 1 Fahrer erwartungsvoll am Bahnhof Elgg. Rasch war unser Gepäck im Begleitfahrzeug und die Fahrräder auf dem Anhänger verstaut. Bereits im Zug Richtung Wil, vorgängig mit feinen Brötli verpflegt, kamen bezüglich Startpunkt der Radtour die wildesten Spekulationen auf. Von Arosa über Klausenpass bis Grosse Scheidegg war so ziemlich alles im Angebot. Dass wir mit dem Zug dreimal umsteigen, dann vom Zug aufs Postauto wechseln und mit dem Postauto noch einmal umsteigen mussten, machte das Rätselraten nicht wirklich einfacher. Als uns dann das zweite Postauto über eine schwindelerregende Alpstrasse auf 1703 m.ü.M hinaufführte, war die Überraschung und unser Erstaunen riesig. Wir waren bei der Skihütte Obererbs angekommen. Dies hoch über Elm und eigentlich eher bekannt von Bergwanderungen und Skitouren.

Gruppenfoto bei der Skihütte Obererbs. Die MRE-Radler sind bereit.
Rasante Velofahrt von Obererbs nach Elm (700 Höhenmeter Downhill)

Nach einer kurzen Stärkung wurden die inzwischen, und dies nur dank einer kostenpflichtigen Tagesfahrbewilligung, auch eingetroffenen 14 E-Bikes und 5 stromlosen Fahrräder zügig abgeladen. Rasch die Wasserbidons gefüllt, reichlich Sonnencreme verstrichen, Sonnenbrille gerichtet, Helm aufgesetzt und los gings. In einer rasanten Abfahrt fuhren wir rund 700 Höhenmeter hinunter nach Elm und dann weiter auf einem idyllischen Radweg entlang der ruhig dahinplätschernden Sernf bis zur Waldwirtschaft Uschenriet, in der Nähe von Ennenda. Dort nahmen wir ein feines Mittagessen ein, wobei sich einige sogar mutig an die Glarner Spezialität „Ziegerhörnli“ wagten. Weiter gings via Glarus, Niederurnen, und in zügiger Fahrt Richtung Nachmittagsrast in die Traube nach Buttikon. Zwischenzeitlich hatten alle Fahrräder die gleiche Farbe angenommen, nämlich grau. für Deshalb wurde es für die trockenen Kehlen Zeit, den sich reichlich angesetzten Strassenstaub hinunterzuspülen. Danach führte der Weg an Tuggen und dem Schloss Grynau vorbei nach Schmerikon. Dort angekommen, konnten wir entweder ein erfrischendes Bad im Zürichsee, ein kühles Bier, oder auch beides geniessen. Nachdem nach kurzer Suchaktion der vermisste Schlüssel von einem Fahrradschloss auf magische Weise wieder aufgetaucht war, nahmen wir den letzten, kurzen Tagesabschnitt zu unserer Unterkunft, dem Hotel „Frohe Aussicht“ in Uznach, unter die Räder. Nach einem hervorragenden Nachtessen liessen wir den Abend bei kühlen Getränken gemütlich ausklingen.

Schlummi-Becher auf der Terrasse des Restaurants / Hotel Frohe Aussicht in Uznach

2. Tag

Leider war die Stimmung beim Frühstück etwas bedrückt, nach dem alle vom unglücklichen Ausscheiden unserer Schweizer „Fussballhelden“ Kenntnis genommen hatten. Das änderte sich aber rasch wieder, als wir via Schmerikon und entlang dem herrlich anzuschauenden Zürichsee in Richtung Rapperswil radelten. Eindrücklich dort die schmucken Altstadtgassen, bevor wir uns nach einigen ruppigen Aufstiegen beim Steiner-Beck in Wolfhausen eine kleine Stärkung gönnten.

«Giftige» Steigung bei Wetzikon

Ab da gings weiter durch einen uns allen völlig unbekannten Abschnitt des Zürcher Oberlands, vorbei an Weilern mit Ortsnamen wie Reitbach, Chnebel, Fuchsrüti, Hanfgarten, Tägernau, Brand etc., bis wir schliesslich hungrig Wetzikon erreichten. Der portugiesische Wirt im Restaurant Rössli hatte ein feines Menü zubereitet, notabene mit von ihm offeriertem Dessert.

Ein Prosit für die tolle Radtour im Restaurant Rössli in Wetzikon-Robenhausen

Auf der Weiterfahrt durchs Robenhuser Riet über Pfäffikon, Hittnau, Madetswil bis zur letzten Rast im Freihof in Neschwil waren noch einige giftige Steigungen zu bewältigen. Danach fuhren wir in gemächlichem Tempo, was neben aufkommender Müdigkeit auch dem kräftigen Gegenwind im Heitertal geschuldet war, unserem diesjährigen Tourenziel dem Restaurant Obertor in Elgg entgegen. Bei einem wohlverdienten Bier wurden die von den diversen Fahrradtrackern aufgezeichneten Daten ausgetauscht: Tag 1 => Distanz 71.3 km, Aufstieg 230 m, Abfahrt 1444 m, reine Fahrzeit 3.5 Stunden. Tag 2 => Distanz 71.6 km, Aufstieg 851 m. Abfahrt 800 m, reine Fahrzeit 4 Stunden.

Unser Vereinspräsident Erwin Lutz bedankte sich im Namen aller Teilnehmer bei den beiden Organisatoren Hans Schmucki und Daniel Bangeter für die wunderschöne und abwechslungsreiche Tour sowie die rundum perfekte Organisation. Ein weiterer grosser Dank galt unserem Begleitfahrer Nick Bolt für seinen wertvollen Einsatz und seine immerwährende Hilfsbereitschaft. Anschliessend wurde der obligate „Pechvogelpreis“ vergeben. In diesem Jahr für eine kleine Blessur, herrührend von einem glücklicherweise harmlosen Sturz. Davon abgesehen, verlief die zweitägige Tour absolut pannen- und unfallfrei. Alle, die dabei waren, freuen sich bereits jetzt schon auf die 41. Austragung.

Unsere beiden Organisatoren Dani Bangerter und Hans Schmucki (Bravo, gut gemacht)

Text: Beat Schwyter / Bild: Erwin Lutz