Samstag, 28. März, 7:50 Uhr:
Nach und nach trudeln die ersten Turnerinnen in der Turnhalle A der Sekundarschule Ritschberg ein. Noch etwas verschlafen verschwinden sie in der Garderobe und kurz darauf im Geräteraum.
Wir Leiterinnen, Bianca, Jana, Rahel und Corina, stehen bereits in der Halle und sind mitten im Austausch. Kurz vor 8 Uhr, also eigentlich pünktlich zum offiziellen Start des Trainingsweekends, kommt plötzlich die Frage auf:
„Wieso ist es eigentlich so still?“
Ein kurzer Kontrollblick in den Geräteraum liefert die Antwort: Alle 15 angemeldeten Mädchen sind da, erstaunlich ruhig nebeneinander. Offenbar war 8 Uhr an einem Samstag doch eine kleine Herausforderung für manche von ihnen. 😊
Nach einer kurzen Begrüssung ging es aber sofort los mit der (mehrheitlich) beliebten Zoo-Stafette. Ob als Esel, Antilope, Frosch, Krebs oder Würmchen: Die Turnerinnen zeigten eindrücklich, wie vielfältig Fortbewegung sein kann. Spätestens jetzt war auch die letzte Müdigkeit aus den Gliedern geschüttelt.

Anschliessend wurden schnell die Geräte Boden, Reck, Sprung und Schaukelringe aufgebaut und die Mädchen starteten motiviert in ihren ersten Trainingsblock. Der Morgen wurde intensiv genutzt: neue Elemente ausprobieren, Wettkampfübungen fertigstellen und hier und da noch etwas Feinschliff betreiben. Es wurde konzentriert gearbeitet, angefeuert, verbessert und natürlich auch gelacht.



Pünktlich um 12:00 Uhr waren alle Gruppen durch und der wohlverdiente selbst mit gebrachte Zmittag stand an. Dieser wurde entweder draussen bei eher etwas mildem Frühlingswetter genossen (Spoiler: Am Abend verabschiedeten wir uns im Schneeregen…) oder gemütlich in der „Suppi“.
Während wir Leiterinnen unser Essen beendeten, stellten wir uns kurz die Frage, ob unsere Turnerinnen wohl noch genügend Energie für den Nachmittag hätten. Ein Blick in die Halle reichte. Dort wurde bereits wieder fröhlich herumgealbert. Unsere Sorge war also völlig unbegründet.
An dieser Stelle müssen wir einfach sagen: Wir haben wirklich grosses Glück mit dieser Gruppe. Die Altersspanne reicht von 7 bis 16 Jahren und trotzdem funktioniert das Miteinander wunderbar. Die Grossen schauen für die Kleinen, die Kleinen eifern den Grossen nach, und jede wird einbezogen. Darauf sind wir als Leiterteam unglaublich stolz!
Am Nachmittag hatte jede Gruppe nochmals die Gelegenheit, an allen Geräten zu trainieren, damit alle optimal auf den internen Wettkampf vom Sonntag vorbereitet sind. Trotz ersten Blasen an den Händen und spürbar schwerer werdenden Beinen gaben alle nochmals Vollgas und versuchten, das Maximum aus dem Trainingsweekend herauszuholen.
Nachdem alle Geräte wieder versorgt waren, stand zum Abschluss noch ein kreativer Teil auf dem Programm: Akrobatik! In drei altersdurchmischten Gruppen erhielten die Mädchen eine Stunde Zeit, um zu einem selbst gewählten Lied eine Choreografie einzustudieren.
Wir Leiterinnen standen unterstützend zur Seite, mussten aber schnell feststellen, dass wir eigentlich kaum gebraucht wurden. Die Ideen sprudelten nur so, Hebefiguren wurden ausprobiert, Übergänge diskutiert und Formationen geübt. Nach einer Stunde präsentierte jede Gruppe ihre Choreografie und wir staunten nicht schlecht, was in so kurzer Zeit alles auf die Beine gestellt wurde.

Zum gemütlichen Abschluss verteilten sich die Mädchen zu zweit in der Halle und massierten sich gegenseitig mit einem Tennisball. Eine wohltuende Belohnung für die müden Muskeln.
So ging ein intensiver, erfolgreicher und fröhlicher Trainingstag zu Ende. Müde, aber zufrieden machten sich alle auf den Heimweg. Bereit, am Sonntag beim internen Wettkampf nochmals ihr Bestes zu geben.
Sonntag, 29. März, 8:00 Uhr:
Wie bereits am Vortag trafen sich Turnerinnen und Leiterinnen pünktlich in der Turnhalle. Der eine oder andere Blick war noch etwas verschlafen. Kein Wunder, es wurde in der Nacht die Zeit eine Stunde vorgestellt.
Bevor der interne Wettkampf startete, blieb uns noch eine Stunde Zeit für die letzten Vorbereitungen. Diese wurde sinnvoll genutzt: Dicke Matten wurden hin und her durch die Halle geschoben (Einwärmen einmal anders 😉), es wurde gedehnt, eingesprungen, letzte Unsicherheiten geklärt, Geräte wettkampftauglich eingerichtet und natürlich durfte auch das Turndress nicht fehlen.

Pünktlich um 9:00 Uhr trafen die Eltern und Geschwister ein, und wir konnten mit dem Wettkampf beginnen. Da am Sonntagmorgen zehn Turnerinnen antraten, wurden diese in zwei Gruppen eingeteilt. Die Kategorien 1 und 3 turnten gemeinsam, ebenso die Kategorien 2 und 4. So konnten alle ihre Übungen an Boden, Reck, Sprung und Schaukelringen präsentieren.
Während des Wettkampfes lag eine spürbare Mischung aus Konzentration, Nervosität und Freude in der Luft. Vor den Übungen wurde nochmals tief durchgeatmet, nach gelungenen Elementen huschte das eine oder andere stolze Lächeln über die Gesichter und es hallte der Applaus von den Zuschauenden, Mitstreiterinnen und Leiterinnen durch die Turnhalle. Genau so soll eine Hauptprobe sein.
Bewertet wurden die Übungen von Andrina Gehring und Jana Elsener. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Andrina für ihren Einsatz als Kampfrichterin!
Die Mädchen meisterten ihre interne Hauptprobe erfolgreich und dürfen stolz auf ihre Leistungen sein. Natürlich gibt es noch kleine Details, an denen bis zum Zürcher Kantonalen Gerätewettkampf in Zürich-Hardau am 16. und 17. Mai gefeilt werden kann, aber genau dafür sind solche Trainingsweekends da.
Nach dem Wettkampf wurden die Geräte gemeinsam versorgt, bevor sich alle am vorbereiteten Kuchenbuffet stärken konnten. Ein grosses Dankeschön geht an die Eltern, die uns mit ihren Backkünsten unterstützt haben!
Um 11:00 Uhr versammelten sich Turnerinnen und Zuschauende gespannt zur Rangverkündigung. Die Nervosität war nochmals deutlich spürbar, als Jorina die Rangliste bekannt gab.
Besonders unsere jüngsten Turnerinnen der Kategorie 1 zeigten am Sonntag eine starke Leistung. Die kategorienübergreifende Gesamtwertung wurde von drei K1-Turnerinnen angeführt:
3. Platz: Eliane Rinaldi mit 33.45 Punkten
2. Platz: Mila Hofmann mit 33.55 Punkten
1. Platz: Anik Hofstetter mit 35.50 Punkten
(Insgesamt können 40 Punkte erturnt werden)

Wir sind gespannt, ob diese Leistungen am nächsten Wettkampf für eine Auszeichnung reichen werden. Eines ist jedoch jetzt schon klar: Vom Trainingsweekend konnten alle sichtbar profitieren.
Zum Schluss möchten wir uns herzlich bei der Organisatorin unseres Trainingsweekends und Kampfrichterin Jana Elsener bedanken. Mit viel Engagement hat sie dieses Wochenende ermöglicht. Vielen Dank dafür!
Text: Corina Isliker, Bilder: Jana Elsener
