Aktive Frauenturnverein

FTV Elgg trifft auf Alder & Eisenhut -Genusswanderung entlang der Thur

Um 6 Uhr 55 des 13. Septembers stiegen 21 sichtlich gutgelaunte und fröhliche Turnfrauen in Elgg in den Zug Richtung Wil ein. Obwohl einzelne Mitglieder das Farbkonzept des Vereins noch nicht ganz verinnerlicht haben, muss hier auf das stattliche Auftreten der Gruppe im schönen Vereinsblau hingewiesen werden.

Die Turnerinnen des FTV auf Reisen
(Bild: Kathrin Bosshard)

Kaum in Ebnat Kappel angekommen mussten schon die ersten Kaffees am Kiosk gekauft werden, bevor die Wanderung entlang der Thur in Angriff genommen werden konnte. Klares Wasser und kleine Wasserfälle, die über schroffe Felsen hinunterfliessen, wechseln sich ab mit Kiesbänken und vermoosten Felsbrocken. Ein richtiges Naturjuwel, das viele lauschige Plätze bietet, um den Tag und die Natur zu geniessen.

Kleine Wasserfälle……
(Bild: Isabelle Barth)
..und lauschige Plätzchen an der Thur
(Bild: Julia Birtel)

Die erste Pause wurde beim Kraftwerk Trempel eingelegt. Dort erwartete uns eine herrliche Pergola, die zu einem feinen Apero einlud. Wein, Nüssli und Oliven wurden ausgepackt und es wurde vergnügt angestossen.

Die Geschichte des Kraftwerks, das 1850 erstmals in Betrieb genommen und 2007 neu gebaut wurde, beeindruckte weniger. Auch die Kunstinstallation «The Turbin Hums» von Mirre Yayla Séur, die die Schreibende hier – der Vollständigkeit des Berichts wegen – erwähnen möchte, blieb von den anderen Wanderinnen völlig unbeachtet.

Dafür fand die Schaukel «Vor dem Bach» mit freiem Blick auf die Thur und die Churfirsten grossen Anklang.

Schaukel vor fantastischer Bergkulisse
(BIld: Isabelle Barth)
(Bild: Sonja Bisang)
Die Geselligkeit kam nicht zu kurz.
(BIld: Isabelle Barth)

Am Mittag wurde der spürbare Hunger auf dem Thurinseli Johanneum gestillt. Fleischkäse, Cervelats und Gemüsespiessli wurden kalt genossen, da das Feuerverbot im Kanton St. Gallen noch nicht aufgehoben war.

Die letzte Etappe bis Nesslau wurde im Eiltempo zurückgelegt. Eine gewisse Unruhe infolge des Kaffeemangels wurde bei einigen Teilnehmerinnen spürbar und konnte erst in Ebnat Kappel, nach einer kurzen Zugfahrt, im Restaurant Kafihus 12 gelindert werden.

Der Höhepunkt des Tages wurde auf dem Fabrikgelände der Firma Alder & Eisenhut erreicht, wo Outdoorgeräte zu einem Street Workout luden: Klimmzüge und Felgaufschwünge wurden zum Besten gegeben. Die Schreibende, die noch den Adler (mit Drehungen) vorführen wollte, musste leider darauf verzichten, da genau dann der Besuch des Museums angekündigt wurde.

Alte Pauschenpferde, ein Universalturngerät, einen Rundlauf für das Mädchenturnen und allerlei andere Turngeräte, umrahmt von Büchern, Fotos und Filmen geben Einblick in die Geschichte des Turnens.

[Fotos 5 und 6]

Workout auf dem Firmengelände von Alder & Eisenhut
(Bild: Isabelle Barth)
Turngeschichte zum Anfassen
(BIld: Trude Baart)
(Bild: Trude Baart)

Während Anfang des 18. Jahrhunderts das Turnen als vaterländische Pflicht gesehen wurde und ausschliesslich Knaben vorbehalten war, führte Adolf Spiess 1844 erstmals in Basel den Turnunterricht für Mädchen ein. 1908 wurde der Schweizerische Frauenturnverband gegründet, der sich erst 1985 mit dem Eidgenössischen Turnverband zum bekannten Schweizerischen Turnverband STV zusammenschloss.

Interessant war auch, dass der ETV im ausgehenden 19. Jahrhundert weder Ballspiele noch Leichtathletik duldete. Diese aus England aufkommenden neuen Sportarten waren «eine Gefahr für den Gemeinschaftssinn und die Nation und zudem degeneriert und verweichlichend».

Alder und Eisenhut, 1891 gegründet, erkannte allerdings das Potential der neuen Sportarten und änderte bereits 1928 den Namen zu «Turn- und Sportgerätefabrik». Sie bot im Sortiment auch Fussbälle an. Heute ist die Firma, nebst der Herstellung von Turnhallenausstattungen und Sportgeräten, auch auf Bühnenbau spezialisiert.

Nach der informationsreichen Führung und einem lustigen Kegelspiel der besonderen Art ging es mit Doppeldeckerbus und Zug wieder Richtung Elgg.

Herzlichen Dank Sonja und Kathrin für diese gemütlich und rundum gelungene Turnfahrt!

Text: Isabelle Barth