Wer steht schon freiwillig am Sonntag um 6.45 Uhr am Bahnhof, um danach auch freiwillig im Gefängnis zu landen? Die FTV-Frauen natürlich, die sich voller Vorfreude auf die «Fahrt ins Blaue» machen.
Während einige Mitglieder schon längst herausgefunden haben, wohin die Reise führt, bemerkten die anderen spätestens in der S12, dass man Richtung Baden fährt, was erklären könnte, warum der Badeanzug auf der Packliste stand.
Tatsächlich wird die Gruppe von der Co-Organisatorin Lena bei dem öffentlichen Thermalwasserbrunnen vor der «Wellness-Therme FORTYSEVEN» in Baden erwartet, wo sie einen feinen “Zmorge” vorbereitet hat. Es wird selbstverständlich mit Prosecco und Rimus angestossen, während Früchte, Gipfeli, Konfitüre, Butter und Käse mit grossem Appetit verzehrt werden und das naturbelassene zwischen 37° und 43° warme Thermalwasser genossen wird. Nach der erfrischenden Brunnentour in Elgg im August, war der «Heisse Brunnen» von Baden genau das Richtige, um den Sommer langsam ausklingen zu lassen. Rote Gesichter im Wasser (aus Gründen, die daten- und persönlichkeitsschutztechnisch nicht genannt werden können) und Turnübungen beim Umziehen sorgten für Gelächter.
Die gute Laune hielt an, als sich die Gruppe auf den Kulturweg Baden-Wettingen begab. Diese Rundwanderung entlang der Limmat führt bis zum Kloster Wettingen und bietet insgesamt 26 Kunstwerke einheimischer Kunstschaffender an beiden Flussufern. Die Skulpturen und Kunstinstallationen wurden von den Turnerinnen wohlwollend betrachtet und kommentiert, auch wenn nicht alle Werke sofort als solche erkannt wurden. Im schönen Klostergarten genehmigten sich die Turnerinnen den selbst mitgebrachten Lunch. Dort wertete die Co-Organisatorin Carmen auch die Antworten des morgendlichen Quiz aus. Auf die Frage, wer ein Piercing oder Tattoo an versteckten Stellen trägt, konnte keine überzeugende Antwort gefunden werden. Bei der Frage nach gefärbtem Haar hingegen war der Platz auf dem Quizbogen zu knapp, um alle Namen aufschreiben zu können. Das fröhliche Picknick wurde von zwei wunderschönen, leckeren Rüeblicakes gekrönt, Lenas Augenzwinkern an den Kanton Aargau. Die zunehmend fallenden Regentröpfchen sorgten für fröhliche Farbtupfer auf den gut geschützten Rücksäcken und konnten der guten Stimmung in der Gruppe nichts anhaben.
Zurück in Baden musste indes die Enttäuschung über die idyllisch gelegene, aber geschlossene Frischluftbar an der Limmat mit einem kleinen Shot überwunden werden. Doch die Organisatorinnen fanden im Nu eine Alternative. In der üppig dekorierten «VermeidBar» konnte sich die Gruppe mit Getränken und Spielen vor dem nächsten Programmpunkt ausruhen. Um 15.15 Uhr erwartete die Gruppe ein geführter Stadtrundgang, der die dunklen Geheimnisse der Stadt Baden lüftete. Unter dem Titel «Hexen, Mörder, Dirnen und Brandstifter» erzählte eine sympathische Stadtführerin von Badens düsterem Kapitel. Die spannende und teils schaurige Führung endete in den alten Gefängniszellen im Stadtturm, dem Wahrzeichen von Baden. Als die Gruppe erfuhr, dass diese mittelalterlichen Zellen bis 1984 offiziell benutzt wurden, stand allen Mitreisenden das Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Es war also höchste Zeit für eine kleine Aufmunterung: Mit Hugos, Aperol Spritz und verschiedene Cock- und Mocktails konnten sich die erschöpften Seelen und strapazierten Beinen etwas erholen. Köstliche, herzförmige Pizzen, sowie schmackhafte Teigwaren im Restaurant «La Citadella» rundeten diese gelungene Turnfahrt ab. Herzlichen Dank an Carmen und Lena für die perfekte Organisation, die Leckereien und die lustigen Spiele!
Text und Bild: Isabelle Barth

