Turnverein

Bericht: Turnverein Elgg im Stollen!

Trotz vereinzelten mulmigen Gefühlen überwindeten sich 15 Turner den
Anmeldetalon für die diesjährige Turnfahrt abzugeben. Am Samstag, den 23.09.06
besammeln sich diese mutigen am Bahnhof Elgg und betreten den Zug Richtung Wil.
Bereits liegt der Duft von Sandwiches und Jasskarten in der Luft. Wir reisen über St.
Gallen in das Rheintal bis nach Sargans. Nach kurzer Postautofahrt, Pluspunkt
gegenüber letztem Jahr, nach Wangs gondelt uns eine Seilbahn der Pizolbahnen zur
Mittelstation Furt. Im Hotel Furt deponieren wir unsere Schlafsäcke und die Dinge,
welche wir auf der Wanderung nicht benötigen werden. Wir nutzen weiter die
Bergbahn, um bis auf die Bergstation Pizolhütte zu gelangen. Hier beginnt die 5-
Seen-Wanderung. Die weniger marschtüchtigen Turner machen es sich bei Bier,
Jass und herrlichem Wetter auf der Sonnenterrasse der Pizolhütte bequem. Leider
nicht so lang, dass das ganze Gesicht von allen Seiten her gleichmässig gebräunt
oder eben gerötet werden kann. Der erste See liegt unmittelbar hinter der Pizolhütte. Wo mögen bloss die nächsten
vier Seen sein? Frohen Mutes steigen wir in die erste Bergflanke, der Schweiss
drückt uns aus allen Drüsen. Just nach der Bewältigung des ersten Anstiegs liegt uns
der zweite See zu Füssen, eingebetet in einer kargen Felslandschaft. Über ihm trohnt
der Gletscher am Berg Pizol. Nun gehts vom Wildsee zum Schottensee hinunter, wo
die wohlverdiente Mittagsrast direkt am See abgehalten wird. Zwei mutige Turner
wagen ohne irgend einen wärmenden Stofffetzen den Sprung in das kalte Nass.
Diesem Schauspiel kann die ganze Völkerwanderung beiwohnen. Drei von fünf Seen
sind erreicht. Die Aussicht über das Rheintal und auf die Churfirsten ist traumhaft.
Unser Wanderweg führt serpentinenförmig auf den nächsten Berggrat. Von diesem
Aussichtspunkt aus können wir ein Panorama der besten Güte bestaunen. Keiner
möchte nun dies gegen ein Jass und ein Bier eintauschen. Es zieht uns wieder
bergab zum Schwarzsee und auf die gegenüberliegende Anhöhe hinauf. Im ersten
Augenblick denkt man an Stonehenge, wenn man die vielen Stein um Stein
aufgetürmten Steinmännchen sieht. Da ist es Pflicht diesem Schauspiel beizutragen
und auch einen Stein obenauf zu legen, bevor es hinunter zu Nr. 5, dem
Baschalvasee geht. Zwischen Felsformationen sieht man die Mittelstation Gaffia und
Furt. Mit dem Ziel vor Augen nehmen wir uns den letzten Abstieg unter die Füsse. In
der alten Alp Gaffia erwartet uns ein kühles Blondes, welches den krönenden
Abschluss der grandiosen Panorama-Bergwanderung bildet. Die rotgebrannten
Jasser gesellen sich zu den Wanderern. Der erste Durst ist gestillt, weiter geht es
zum letzten Mal mit der Bergbahn hinunter zum Hotel Furt. Die wohlverdiente
Dusche (mit Wasser und anderen Flüssigkeiten) erlöst uns von den Strapazen des
heutigen Tages. Nach dem feinen 4-Gang-Menü warnt uns unser lieber Organisator
vor der Tagwache, welche schon um 0630 stattfinden würde. Es lässt sich keiner
beirren und es werden verschiedenste Kartenspiele bis spät in die Nacht
ausprobiert…

Mit verschiedenen munteren oder verschlafenen Gesichter nehmen wir das
Frühstück ein. Die Tagwache errinnert einige an vergangene Wochen in einem
anderen ,,Verein. Woher kommt bloss der militärische Führungsstil unseres Organisators? Das wird nicht das einzige sein, was uns ans Militär errinnert… Nach dem Frühstück fahren wir mit dem exklusivsten Shuttlebus der Pizolbahnen ins Tal, dem verschlafenen Wangs zu. Postauto und Zug bringen uns über Trübbach weiter nach Oberschan, wo erneut ein Gepäckdepot eingerichtet wird. Zu Fuss geht es weiter zur Artillerie-Festung Magletsch. Rund 3h verbringen wir mit zwei Führern unter Tage. Bis ins kleinste Detail durchdachte Stollenanlage können wir auf insgesamt 3.6 km Länge bestaunen. Die Geschützstände und Beobachtungstürme sind heute begehbar und die Ortskundigen erzählen mit Begeisterung die Geschichte der Festung mit ihren Entstehungsgründen. Eindrücklich wie ein grosser Teil der Anlage innerhalb von einem Jahr Bauzeit betriebsbereit gemacht wurde. Zurück beim Gepäckdepot empfängt uns das Ehepaar Gabathuler in ihrem Büelstein-Keller. Bei einer grosszügig aufgetischten kalten Platte wird eifrig über das Erlebte diskutiert. Ein edler Tropfen Wein aus der Region darf dazu nicht fehlen. Die verschiedenen selbstgebrannten Wässerchen munden den Turnern unterschiedlich. Gut verpflegt, teils mit einem Zustupf für die Hausbar im Rucksack, treten wir die Heimreise an und kommen gesund und munter in Elgg an. Wir danken dem Organisator für die ganz und gar gelungene Turnfahrt!
Der Schreiberling Matthias Bernhard