Aktive Männerriege

Bergturnfahrt der Männerriege Elgg

Zum Jubiläum des 111-jährigen Bestehens der Männerriege Elgg organisierte Präsident Erwin Lutz eine dreitägige Bergturnfahrt, die vom 26. bis zum 28. August ins Wallis führte.

Am Freitag versammelten sich In aller Frühe 20 gut gelaunte Mitglieder mit schweren Rucksäcken im Bahnhof Elgg. Ein weiterer Teilnehmer hatte die S12 schon in Guntershausen bestiegen. Die fröhliche Schar mischte sich unter die Pendler, die zur Arbeit fuhren.

Die Teilnehmer der Jubiläums-Turnfahrt.

Im weitläufigen Bahnhof Zürich führten verschiedene Wege zum Schnellzug nach Bern. Doch alle trafen rechtzeitig im reservierten Wagen an der Spitze des Zuges ein. Die knappe Stunde verging auch im Zug wie im Flug. In allen Abteilen wurden alte Erinnerungen ausgetauscht oder neue Erlebnisse kundgetan.

In Bern sorgte die SBB für eine weitere kleine Wanderung vom äussersten Westen in den Osten der “Bahnhof” genannten Baustelle. Im Regioexpress über die alte Strecke nach Brig befanden sich die reservierten Plätze im vordersten Wagen.

In Kandersteg galt es für 2/3 der Teilnehmer ernst. Sie fuhren zur Talstation Eggeschwand und überwanden mit der Gondelbahn 730 Höhenmeter. Bei wechselhaftem Wetter führte sie ihr Weg immer dem Üschengrat entlang, hinter dem sich die Region Adelboden verbarg, zum Berghotel Schwarenbach. Bereits während der dortigen Mittagsrast waren die ersten Regentropfen zu spüren.

Frisch gestärkt stiegen sie weitere 300 Höhenmeter zum Daubensee und zur Gemmi auf. Erst in der letzten halben Stunde setzte der von der Natur, aber nicht von den Männerrieglern, langersehnte Regen ein. Der guten Laune tat dies keinen Abbruch. Sie erreichten das Tagesziel, die Gemmi-Lodge auf 2´350 Metern als erste und warteten auf die zweite Gruppe.

Diese kam in Brig in den Genuss einer Stadt- und Schlossführung. Anstelle der angekündigten Viola bezauberte Milena, eine echte Einheimische, die Grüezenis mit ihren engagierten Erklärungen, ihrem Charme und kurzen Kostproben ihrer klangvollen Stimme. Die Geschichte der Stockalper ist jetzt dem “Fähnlein der sieben Aufrechten” ein grosser Begriff. Zumindest das, was in Erinnerung geblieben ist.

Die Gruppe einigte sich schliesslich auf eine Gartenwirtschaft und bestellte ihr individuelles Mittagessen. Rechtzeitig holten sie ihr Gepäck im Tourismusbüro ab und fuhren bei einsetzendem Regen mit Zug und Bus nach Leukerbad. Angesichts des inzwischen kräftigen Regens wählten sie den Ortsbus, um zur Gemmibahn zu gelangen. Während der imposanten Bergfahrt wurde der steile Wanderweg besichtigt und alle waren froh, das Tagesziel ohne grosse Anstrengung erreicht zu haben.

Spätestens zum Nachtessen trudelten alle aus ihren Zimmern im grossen Restaurant ein. Das Viergangmenu half die verbrauchten Kalorien zu ersetzen. Ein ad-hoc-Komitee wählte den richtigen einheimischen Wein. Nach zwei Magnum-Flaschen musste aber ein anderer Tropfen her, die erste Sorte war ausgetrunken.

Sukzessive suchten einzelne Mitglieder ihre Betten auf, während andere mit Bierflaschen versorgt in die Lounge dislozierten.

Der zweite Tag begann mit einer frühen Tagwache und mit einem prachtvollen Blick auf das Panorama. Vor der Talfahrt mit der ersten Kabine blieb so auch genügend Zeit für das Morgenessen. In Leukerbad trennte sich die Wander- von der Erlebnisgruppe.

Wandergruppe des 2. Tages

Acht wackere Männer eroberten entlang dem Walliser Sonnenweg (Route 61) im Schweisse ihrer Angesichter, die mit der Bahn vernichteten, 950 Höhenmeter zurück. Der abwechslungsreiche Weg durch verschiedene Vegetationsgebiete enthielt zwei namhafte Steigungen. Auch während der Mittags-Verpflegung aus dem Rucksack begeisterte das wechselnde Spiel von Nebelschwaden und ungetrübter Sicht auf die Walliser Bergwelt.

Nach rund 5 ½ Wanderstunden erreichten sie Cave du Sex, die einzige Alpwirtschaft auf der anstrengenden Tour. Sie waren an diesem schönen Samstagmittag nicht die einzigen Gäste. Doch alle wurden während der ausgiebigen Rast zu ihrer Zufriedenheit verköstigt. Entlang dem flachen Wegstück der Bisse de Tsittoret gelangten sie nach 30 Minuten zur Busstation für den letzten Abschnitt nach Crans Montana.

Die Erlebnisgruppe spazierte zum Busbahnhof, um den Bus nach Leuk zu besteigen. Nach einer kurzen Bahnfahrt nach Siders stand der nächste Bus bereit, mit dem die Männer nach Bluche Village fuhren. In der Auberge Petit Paradis konnten sie ihr Gepäck deponieren und einen kurzen Kaffee geniessen. Nach einer weiteren kurzen Busfahrt erreichten sie die Seilbahn zum Cry d’Er.

Dort war das Mittagessen vorgesehen, doch das Restaurant war für einen Anlass geschlossen. Kurzentschlossen nahm das Dutzend die Höhenwanderung nach Les Violettes in Angriff. Die Sonnenterrasse in der Cabane entschädigte sie für die bewältigte Anstrengung und bot Gelegenheit zu einem feinen Mittagessen.

Auf dem Weg nach Les Violettes.

Als die Talfahrt nach Les Marolines anstand, teilte sich die Gruppe nochmals auf. Die eine Hälfte fuhr zur Plaine Mort hoch, um einen Blick auf den Gletscher zu werfen. Die anderen hielten sich an den Plan, allerdings die meisten mit einem Umweg über die Talstation. Dort verabschiedeten sich Zwei, die direkt das Hotel ansteuerten. So blieben noch vier Wanderer, die sich auf den beschwerlichen Weg nach Plumachit wagten. Wer geglaubt hatte, dass sich die Bisse (Suonen) nur mit geringen Höhenunterschieden den Hängen nach erstrecken, sah sich getäuscht. Es waren einige treppenartige Aufstiege zu bewältigen, bis der Weg schliesslich zum Ziel hinunterführte.

Verschnaufpause auf dem Weg nach Plumachit.

Wie geplant fanden die Wandergruppe und der kleine Teil der Erlebnisgruppe im Postauto zusammen. Wenige Minuten später waren alle Männerriegler in der Auberge Petit Paradis angekommen und konnten die Zimmer beziehen.

Als sich alle erinnerten, was sie bestellt hatten, wurde das Nachtessen serviert. Das anschliessende Zusammensitzen bot Gelegenheit, die unterschiedlichen Erlebnisse auszutauschen und beschloss den ereignisreichen zweiten Tag.

Am Sonntag stand allen Teilnehmern ein gemeinsamer Erlebnistag bevor. Nach dem Morgenessen folgte die Fahrt nach Sierre und St. Léonard. Der kurze Fussmarsch zum Lac Souterrain wurde mit einer Bootsfahrt auf dem unterirdischen See belohnt. Es konnten eindrückliche Gesteinsschichten und im klaren Wasser grosse Forellen entdeckt werden. Die Erklärungen des Bootsführers halfen, die optischen Eindrücke zu verstehen.

Beim Bahnhof zurück folgte die Zugfahrt nach Salgesch. Dort stand ein weiterer kurzer Fussmarsch zum Restaurant Barrique auf dem Programm. Den Haupttagespunkt bildeten ein Apero, Raclette à discretion, viel Weisswein, Kaffee und Dessert. Einige verkosteten noch ein Glas feiner Apricotine. Auf dem Bahnhof Salgesch bemerkte der Organisator die einzige Panne der Bergturnfahrt. Die Plätze im Zug von Visp nach Winterthur waren in einem früheren Zug reserviert. Dennoch konnten die meisten die Fahrt im randvollen und heissen Zug in kleinen Grüppchen sitzend absolvieren.

Mit vielen guten Eindrücken kehrten die Männerriegler pünktlich nach Elgg zurück. Ein grosses Kompliment und der Dank aller gebührt Erwin Lutz, der das vielfältige Programm zusammengestellt und die Bergturnfahrt mit allen Facetten umsichtig leitete.

Text: Robert Fretz und Roland Hirt / Bilder: Robert Fretz und Erwin Lutz